Richtig lüften

Richtig lüften ist gar nicht so einfach.

 

Auf der einen Seite dichten wir unsere Türen und Fenster ja immer weiter ab (bestes Beispiel: geradezu perfekt abgedichtete Kunststofffenster). Wir möchten also gerade nicht, dass Luft von innen nach aussen und umgekehrt von draussen nach drinnen gelangt. Im Sommer ist es draussen zu warm und drinnen angenehm kühl. Warum sich die schöne Kühle verderben durch Lüften? Vor allem aber im Winter vermeiden wir das Lüften, denn wir heizen ja unsere Häuser und Wohnungen, was teuer ist und Energieverbrauch belastet die Umwelt. Zum Fenster hinauswerfen möchte das Geld niemand, also auch nicht "zum Fenster hinaus heizen". Aber wie lüftet man richtig?

Auf der anderen Seite ist es unerlässlich, durch Lüften die Raumluft regelmässig auszutauschen, damit der für das Atmen wichtige Sauerstoff in die Zimmer gelangt, in zahlreichen Möbeln enthaltene Schadstoffe entweichen können und vor allem Luftfeuchtigkeit (führt oft zu "Nässe am Fenster") entweichen kann. Zu seltenes Lüften hält die Luftfeuchtigkeit langfristig auf hohem Niveau. Ab 40% Luftfeuchtigkeit in der Raumluft wird es brenzlig, mehr als 60% gelten als gefährlich (Schimmelbildung, Gesundheitsgefährdung). Die genau Luftfeuchtigkeit können Sie mit einem Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser) messen. Es gibt auch professionelle Dienstleister, die dies übernehmen.

 

Richtiges Lüften ist also zunächst einmal regelmässiges Lüften. Beim Lüften heisst es "ganz oder gar nicht", das so genannte "Stoßlüften" ist auf jeden Fall zu vermeiden. Die Fenster nicht kippen, sondern komplett öffnen (beidseitig) und zwar für ca. 5 Minuten. Wie lange genau gelüftet werden muss, hängt von der Grösse des Raumes ab und von der Grösse der Fenster (wenn ich ein grosses Fenster weit öffne um einen kleinen Raum zu lüften, geht's natürlich schnell). Nach dem richtigen Lüften die Fenster komplett schliessen, so dass die Isolation der Fenster (v.a. bei Kunststofffenstern) wieder zum Zuge kommt.

 

Wie oft lüften? So oft bis die Luftfeuchtigkeit wieder auf ein Normalmass gesunken ist, also unter 40% und es keine übermässige Kondensation am Fenster (Nässe am Fenster) mehr gibt. Mindestens 2x (morgens und abends), am besten aber 3-4x Lüften pro Tag ist ein guter Richtwert. Wenn sich in einem kleinen Raum längere Zeit viele Menschen aufhalten kann häufigeres Lüften nötig werden (vgl. Schule - da wird ja auch meist zu jeder Pause gelüftet). Das Schlafzimmer sollte auf jeden Fall vor dem Zubettgehen gelüftet werden - wenn es dadurch etwas frisch wird ist das meist nicht schlimm: 16-18 C sind ideale Schlaftemperatur.

 

Auf jeden Fall muss das Badezimmer aber gelüftet werden nach jeder Dusche und jedem Bad. Ebenso muss die Küche nach dem Kochen gelüftet werden, um die Luftfeuchtigkeit entweichen zu lassen. Falls morgens die Scheiben beschlagen sind, ist es wichtig am Vorabend ausgiebig zu lüften. Denken Sie gerade im Badezimmer auch daran, die automatische Lüftung auf gute Funktionsfähigkeit zu prüfen. Hier noch einige Informationen und Tipps zu Feuchtigkeit.